Chronik Teil IV - 1968 bis 1992


Vom Platzfliegen zum Streckensegelflug

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In den zwei Nachkriegsjahrzehnten war der SFV Hoya vor allem damit befaßt, seine durch den Krieg völlig zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen. So konnte der Verein Ende der 60er Jahre bereits wieder eine eigene Flugzeughalle nebst Werkstatt und Aufenthaltsraum sowie einen umfangreichen Flugzeugpark sein eigen nennen. 1969 waren in Hoya sechs Flugzeuge, und zwar vom Typ Grunau Baby ("Waschbär"), Doppelraab ("Ludwig Hennigs"), Ka 7 ("Milan"), Ka 8 ("Stadt Hoya"), Ka 6 ("Bussard") und Motorspatz stationiert.

Flugwochen 1970

Flugwochen 1970

Flugwochen 1970

Die Holzhalle war damit bereits hoffnungslos überfüllt. 1970 begannen die Mitglieder deshalb zur Auslagerung des Fahrzeugparks ( Winde, Startwagen, Lepo, Trecker und Flugzeuganhänger) mit dem Bau einer weiteren Halle.

Anläßlich des 40jährigen Vereinsgeburtstages 1971 wurde das aus Wellblechen errichtete und später unter dem Namen "Blechhalle" bekannt gewordene Bauwerk als Halle II offiziell eingeweiht. Im Rahmen des Festflugtages erfolgten die Taufen der Segelflugzeuge Ka 6 ("Bussard") und Ka 7 ("Milan").

Anfang der 70er Jahre bildeten bereits fünf Segelfluglehrer (Carl Rippe, Karl-Heinz Nicolai, Reinhold Stüven, Dr. Hansklaus Rummler und Dietmar Thomsik) den Vereinsnachwuchs aus. Viele Jugendliche strömten zum Segelflug und wurden Segelflugzeugführer .

In diesen Jahren begannen erste Vereinsmitglieder mit der Teilnahme am sportlichen Streckensegelflug. Erste Zielrückkehrflüge nach Delmenhorst und Porta Westfalica gelangen ebenso wie ein erster Dreieckssegelflug über 183 km von Hoya nach Bückeburg und Bohmte zurück nach Hoya, wieder durch den Segelfluglehrer Dr. Hansklaus Rummler, der als erster Hoyaer Segelflieger auch einen zentralen Wettbewerb auf Ka 6 als Sieger gegen eine starke Konkurrenz für sich und den Verein entscheiden konnte.

Das sportliche Ziel des "gemeinen Segelfliegers" bestand in diesen Tagen darin, die begehrte "Silber C" (50 km Streckenflug, 1000 m Startüberhöhung und 5 Std. Dauerflug) zu erlangen.

Parallel zu dieser Entwicklung schaffte der Verein 1974 einen doppelsitzigen, eigenstartfähigen Touring-Motorsegler "Falke" für Reise- und Rundflüge an.

Der Verein öffnete sich nun auch für die Privatflieger, jene Segelflieger, die allein oder in Haltergemeinschaften eigene Flugzeuge anzuschaffen bereit waren.

Ka 6 CR "Bussard"

Ka 7 "Milan"

Ka 8 "Stadt Hoya"

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Bau Blechhalle

 

Blechhalle

Motorspatz

 

Flugwochen 1968

 

Flugwochen 1968

 

Ka 6 CR "Bussard"

 

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1976 Halle III

  

1976 Dr. Drache

ASK 21

Discus

Falke

1992 Flugplatz Hoya

 

Das Jahr 1977 begann allerdings mit einem tragischen Rückschlag. Am 15.01.1977 verstarb plötzlich und völlig unerwartet beim Betrachten eines Fliegerfilms der Vereinsmitbegründer und langjährige Segelfluglehrer, Ausbildungsleiter und "Fliegerhaudegen" Carl Rippe im Alter von erst 64 Jahren. Ganze Generationen, der Chronist eingeschlossen, hatten bei ihm das fliegerische Handwerkszeug gelernt.

Dennoch ging die Entwicklung unaufhaltsam weiter. Das Grunau Baby D-1333 wurde wieder flugtüchtig aufgebaut und die in Eigenarbeit errichtete "große Halle III" eingeweiht. Dieser Hallenbau war notwendig geworden, weil sowohl die Holz-, als auch die Blechhalle wegen des ständigen Vereinswachstums aus allen Nähten platzten. Moderne Kunststofflugzeuge (ASW 15, Cirrus, Elfe und Diamant) wurden in Hoya stationiert. Mit ihnen und ihren Haltern, insbesondere den Mitgliedern Heinrich Cordes, Hinrich Liebe, Jürgen Eberhardt und Klaus Meitzner gewann der sportliche Segelflug erheblich an Bedeutung.

1980 gründeten einige Vereinsmitglieder, allen voran Detlev Hormann mit dem 1. Internationalen Baby-Treffen eine Veranstaltung, die seitdem jährlich an den verschiedensten Flugplätzen Europas durchgeführt wird. Auch das 50jährige Vereinsjubiläum feierten die Mitglieder 1981 mit einem großen und erfolgreichen Flugtag. Ein weiterer Doppelsitzer vom Typ ASK 13 wurde in diesem Jahr angeschafft.

1982 trat Dr. Willi Drache nach 27 Jahren an der Vereinsspitze ab und wurde einstimmig   Ehrenvorsitzender des Vereins. Gerd Witte wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mit ihm richtete sich der Verein neben seinen traditionellen Standbeinen "Ausbildung und Rundflüge" nun endgültig auf den Streckensegelflug aus. Sichtbares Zeichen war die Anschaffung eines Hochleistungssegelflugzeuges vom Typ LS1-f im Frühjahr 1982. Bereits 1983 folgte ein moderner Kunststoffdoppelsitzer des Typs ASK 21, 1984 kam die Morane, ein viersitziges Motorflugzeug nach, mit dem die Streckensegelflieger nun endlich losgelöst von den Hemmnissen des Windenstarts im Flugzeugschleppstart ihre Leistungen verbessern konnten.

War in dem Jahrzehnt zuvor noch der 50 km Zielflug das sportliche Ziel, sollte es in den 80er Jahren schon der 300 km Dreicksflug Hoya-Lüneburg-Braunschweig-Hoya sein.

Die Hoyaer Segelflieger lösten sich in diesen Jahren vom Standort Hoya und nahmen regelmäßig auch an auswärtigen Fliegerlagern (z.B. 1982 Streckensegelflug in Thouars/Frankreich, 1983 Wellensegelflug in Südfrankreich, 1986 Alpensegelflug in Mauterndorf) teil, erhielten aber auch ebenso regelmäßig Besuch von anderen Segelfluggruppen. 1983 etwa kamen die Segelfliegerfreunde aus den Niederlanden (NNZC Witten) erstmals und später über Jahre in Folge zum Segelfliegen nach Hoya. 1987 stellte der Verein eine moderne 300 PS-Dieselwinde unter der Bauleitung von Klaus Meitzner, Rudi Küstermann und Günter Sudmann) in Dienst.

1988 übernahm Peter Schmitz den Vorsitz des Vereins. In seine Amtszeit fielen zahlreiche Veranstaltungen, etwa das 10jährige Jubiläums-Babytreffen sowie mehrere Verbands- und Bezirksmeisterschaften. Sein wichtigster Erfolg allerdings war die durch bauliche Maßnahmen am südlichen Platzende erforderlich gewordene Verschwenkung der Start- und Landebahn in Richtung Osten, die dem Verein einen wesentlichen Raumgewinn brachte.

Das Jahr 1991 -Gerd Witte war erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt worden- begingen die Mitglieder wieder mit einem großen Flugtag das 60jährige Jubiläum und der Anschaffung eines modernen Hochleistungseinsitzers vom Typ Discus.

Die Etablierung des sportlichen Segelfluges war damit in Hoya unwiderruflich vollzogen und gerade erst wieder im Sommer 1992 durch ein Streckenfluglager in Thouars/Frankreich unter Beweis gestellt worden, als dem SFV Hoya die plötzliche Kündigung des gesamten Platzpachtvertrages durch den Grundstückseigentümer zugestellt wurde. Damit stand zum dritten Mal in der Geschichte die Existenz des Vereins unmittelbar und drohend in Frage.

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Carl Rippe

 

1977

 

LS1-f

ASK 13

Kantine

Flugplatz 1993

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